Bauphysikalische Vorteile

Steildach sorgt für optimalen Feuchtigkeitsschutz

Die Regensicherheit hängt maßgeblich mit der Dachneigung zusammen. Durch die Neigung des Steildaches wird Niederschlagswasser - eine der Hauptursachen, warum Gebäude saniert werden müssen - schnell abgeleitet. Da das Steildach eine hinterlüftete Konstruktion ist, können diffundierende Feuchtigkeit und Kondensatfeuchte vom Gebäudeinneren abgeführt werden, ohne einen Schaden zu hinterlassen. Sollte es dennoch zu einer Undichtigkeit kommen, kann diese schnell und einfach behoben werden. Beim Flachdach hingegen werden Kondensat-Schäden oft erst dann bemerkt, wenn es zu spät ist. Dann hilft nur noch eine Totalreparatur.

Steildach bietet Schutz gegen die Hitze

Bei großer Hitze staut sich die Wärme meist unter der Dachfläche, was bei hohen Sommertemperaturen ein fast unerträgliches Raumklima schafft. Das Steildach bietet in diesem Zusammenhang einen entscheidenden Vorteil beim Wärmeschutz.

In der der Regel sind Steildächer zweischalig, zum Beispiel mit Unterdach oder einem durchlüfteten Dachbodenraum was in beiden Fällen für angenehmere Raumtemperaturen sorgt. Bei der Ausführung mit Unterdach entsteht zwischen Eindeckung und Unterdach ein Entlüftungskanal, wodurch die Hitze im Bereich des Firstes entweichen kann. Bei einem freien Dachbodenraum sorgt die Hinterlüftung für den Abtransport von solarem Wärmeeintrag und wirkt somit der Überhitzung entgegen.

Zur Berechnung der Sommerlichen Überwärmung bei Neubauten und Sanierungen von Wohngebäuden kommt die ÖNORM B 8110-6 zur Anwendung. Betreffend der Wohnraumtemperaturen wird dabei festgestellt, dass bei einer üblichen Außentemperatur die Innentemperatur untertags bei maximal 27 ºC und nachts unter 25 ºC liegen sollte.

Bei der Ausführung des Daches in Bezug auf den Wärmeschutz müssen insbesondere folgende Faktoren berücksichtigt werden: Die Ausrichtung der Dachfläche, die Größe und Ausrichtung der Fenster, die Wärmedämmung des Daches, die Speicherfähigkeit der Bauteile und die Abfolge der Schichten des Dachaufbaus.

Steildach sorgt für Ruhe und Entspannung

Nach Hause kommen, sich entspannen und Ruhe finden. Wer möchte das nicht? Leider dringen oft Verkehrs- und Fluglärm oder Lärm von Bau- und Gartenarbeiten aus der Nachbarschaft bis in das Innere des Hauses vor.

Diese umweltbedingten Lärmbelästigungen nehmen stetig zu und können sich auf das Wohlbefinden und auf Dauer auch auf die Gesundheit auswirken. Weitere Geräusche, hervorgerufen durch Wind, Regen und Sturm, können die Ruhe im Raum empfindlich stören.

Das menschliche Gehör nimmt Lautstärkenunterschiede von 10 dB als doppelt bzw. halb so laut wahr. Wird bei einer Dachsanierung der Schalldämmwert beispielsweise um 10 dB verbessert, wird der empfundene Lärm mehr als halbiert. Mit den folgenden unterschiedlichen Funktionsebenen beim geneigten Dach kann der Schall deutlich gemindert und ein sehr hohes Schalldämmmaß erreicht werden:

  • die zweischalige Konstruktion von Steildächern
  • eine gute Dämmschicht
  • eine Deckung mit geringem Fugenanteil
  • schalldichte Dachfenster beim ausgebauten Dachraum

Eine akustisch ungestörte Atmosphäre - sowohl von Außen nach Innen als auch umgekehrt – trägt maßgeblich zu Behaglichkeit und Wohnkomfort bei.

Steildach bietet hohe Energieeffizienz und hilft bei der Nutzung innovativer Energiesysteme

Ein weiterer Vorteil von Steildächern ist die Möglichkeit zur Gewinnung regenerativer Energien. Die Neigung der Dächer begünstigt die Installation von Photovoltaik- und Solarthermieanlagen und somit die Nutzung der Sonne als alternative Energiequelle. Dabei sorgt der optimale Einstrahlwinkel für eine maximale Energiegewinnung und einen emmissionsfreien Betrieb. Solche Solarsysteme sind sowohl als Indach- sowie Aufdachlösungen vorhanden und ermöglichen eine Energieform, die frei von Schadstoffen ist. Die Anlagen selbst sich völlig lärm-, staubfrei und können sauber betrieben werden.

Vorteil: Wettersicherheit

Steildach bietet Schutz vor Wind, Sturm und Hagel

Beim Steildach brechen die Windkräfte am First und die Sogkräfte auf der Wind abgewandten Seite sind somit nur mehr gering. Bei flachen Dachneigungen brechen die Windkräfte wesentlich weniger. Es entsteht ein Unterdruck, der bei schweren Stürmen sogar die gesamte Dachkonstruktion (Schalung, Lattung, Dämmung) abheben lassen kann. Beim Flachdach können Hagelkörner leicht zu Beschädigungen der Dachhülle führen, weil sie senkrecht aufprallen. Die Neigung beim Steildach verlangsamt diese und leitet sie vom Gebäude weg.